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Editorial

Sam Keller, Direktor Fondation Beyeler
Sam Keller, Direktor Fondation Beyeler

Liebe Kunstfreunde
In den beiden Basler Halbkantonen werden seit Jahren heisse Diskussionen um Stadt- und Landkultur sowie ihre Zusammenarbeit geführt. Wie immer, wenn in der Kultur versucht wird, Kategorien und Grenzen einzuführen, werden diese der Komplexität kultureller Produktion und Rezeption kaum gerecht. Auch weil das Verbindende in der Kultur naturgemäss eben stärker ist als das Trennende.

Wie sich die Verbindung von intensivem künstlerischen Austausch in Metropolen und individueller Arbeit von Künstlern in der Zurückgezogenheit auf dem Land gegenseitig befruchten können, zeigen exemplarisch die  Herbstaustellungen in den Basler Museen. Editorial weiterlesen

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Editorial

Bernhard Mendes Bürgi
Bernhard Mendes Bürgi
Direktor Kunstmuseum Basel

Von Bernhard Mendes Bürgi

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher

Das Jahr 2015 ist ein entscheidendes Übergangsjahr für das Kunstmuseum Basel, denn wir haben viel vor – Mitte April 2016 werden wir unseren Neubau von Christ & Gantenbein Architekten gemeinsam mit dem renovierten Stammhaus des Kunstmuseums Basel eröffnen. Wegen der dafür nötigen Sanierungsarbeiten hat der Hauptbau des Museums bis zur feierlichen Eröffnung des erweiterten Kunstmuseums Basel seine Tore geschlossen, und so finden Aktivitäten an verschiedenen Orten statt, die die wunderbaren Bestände der Öffentlichen Kunstsammlung neu und auf überraschende Weise zur Geltung bringen.

Die beiden Ausstellungen in Madrid mit der Präsentation von zehn Hauptwerken des spanischen Meisters Pablo Picasso in der Galeria Central des Museo Nacional del Prado und Werken der Moderne bis Gegenwart im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía machten Furore in Spanien und sind am 14. September überaus erfolgreich zu Ende gegangen.

In Basel bieten wir hauptsächlich im Museum für Gegenwartskunst ein reichhaltiges Ausstellungsprogramm an, das von verschiedensten Bildungs- und Vermittlungsaktivitäten begleitet wird. Ich freue mich, dass dort nun zwei neue Ausstellungen zu sehen sind, nämlich frühe Gemälde und Skulpturen des 2011 verstorbenen amerikanischen Künstlers Cy Twombly einerseits, und die thematische Perspektive Von Bildern. Strategien der Aneignung u. a. mit Fotografien von Cindy Sherman und Richard Prince andererseits. Weiterhin sind nicht nur im Museum für Gegenwartskunst unter dem Titel Cézanne bis Richter Meisterwerke aus dem Kunstmuseum Basel zu sehen, sondern auch im Museum der Kulturen Basel unter dem Titel Holbein. Cranach. Grünewald.

Hinweisen möchte ich Sie ebenfalls auf die grosse Ausstellung FUTURE PRESENT. Emanuel Hoffmann-Stiftung. Zeitgenössische Kunst von der Klassischen Moderne bis heute im Schaulager, die der Sammlung der Emanuel Hoffmann-Stiftung gewidmet ist und Werke zeigt, die sonst im Kontext der Öffentlichen Kunstsammlung Basel zu sehen sind. Dort kann man erleben, wie stark sich diese Sammlung in den letzten beiden Jahrzehnten weiterentwickelt hat.

Nutzen Sie die Chance, neben dem traditionell grossen Kunstangebot in verschiedensten Basler Institutionen das Museum für Gegenwartskunst zu besuchen und neu zu entdecken. Es wird auch nach der Eröffnung des Neubaus des Kunstmuseums Basel unser zentraler Ort der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst bleiben.

Ihr Bernhard Mendes Bürgi

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Liebe Kunstfreunde

Roland Wetzel, Direktor Museum Tinguely
Roland Wetzel, Direktor Museum Tinguely

Weltoffenheit zeichnet die Stadt und Region Basel in vielerlei Hinsicht aus.
Eine traditionsreiche Mäzenatenkultur sowie die beachtliche Zahl an engagierten Kulturinstitutionen ermöglichen es, immer wieder Ausstellungen von internationalem Format zu präsentieren. Insbesondere der Sommer wartet stets mit hochkarätigen Kulturerlebnissen auf, die neben den Kunstmessen im Juni ein Highlight im Kunstkalender darstellen.

Haroon Mirzas Klang-, Licht- und Medieninstallationen sprechen Sehsinn wie Gehör an, befragen das Verhältnis der Sinne zueinander und bieten dabei ein unvergleichbares, immersives Ausstellungserlebnis. Diesen Sommer ist das Museum Tinguely mit dem in London lebenden Künstler ein besonderes Projekt eingegangen. Seine bisher grösste Einzelausstellung ist gleichzeitig eine Gruppenausstellung, die Möglichkeiten des Dialogs und der künstlerischen Zusammenarbeit vorstellt. Neben wichtigen bestehenden Werken hat Mirza eine ganze Reihe von neuen Arbeiten und raumgreifenden Installationen entwickelt, die teilweise für sich und teilweise im Dialog mit Werken anderer Künstler stehen. So werden unter anderen Alexander Calder, Jeremy Deller, Channa Horwitz und
auch Jean Tinguely mit Werken in der Ausstellung vertreten sein.

Die Fondation Beyeler hat die in Kapstadt geborene und in Amsterdam lebende Künstlerin Marlene Dumas nach Riehen eingeladen und präsentiert eine Vielzahl ihrer Werke, die in ihrer individuellen Weltsicht auf faszinierende Weise Möglichkeiten der Malerei zwischen Subjektivität und historischer Gültigkeit befragen. Spezielle Sinneserfahrungen werden die Besucher auch in der Kunsthalle Basel erleben, wenn die in Korea geborene Künstlerin Anicka Yi ihren «Duft des Vergessen» über die Räume der Kunsthalle verteilen wird.

Das Kunstmuseum lädt uns weiterhin ein, seine Sammlung in neuen Umgebungen einen Besuch abzustatten: Im Museum für Gegenwartskunst finden auf drei Etagen eine komprimierte Sammlungspräsentation mit Meisterwerken von Cézanne bis Richter und Sonderausstellungen zusammen. Im Museum der Kulturen ist die Ausstellung Holbein. Cranach. Grünewald zu sehen. In Münchenstein wartet das Schaulager mit einer Überblicksausstellung der Emanuel Hoffmann-Stiftung auf, die das langjährige Engagement und den Reichtum der stetig wachsenden Sammlung vorstellt.

Dass sich das Haus der elektronischen Künste im Dreispitz neben der Kunsthochschule und weiteren Kultureinrichtungen sehr gut etabliert hat, davon kann man sich in der Ausstellung Poetics and Politics of Data überzeugen, die auf unterschiedliche Weise unsere täglichen digitalen Datenab- und -anfälle sichtbar macht und kritisch befragt.

Schöne Ausstellungserlebnisse und wie stets viel Neugierde wünscht Ihnen
Ihr
Roland Wetzel
Direktor Museum Tinguely

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Von der Freiheit der Kunst zu demonstrieren

Liebe Kunstfreunde

Sam Keller, Direktor Fondation Beyeler, Riehen
Sam Keller, Direktor Fondation Beyeler, Riehen

Wieder einmal ist die Freiheit in aller Munde: Über eine Million Menschen gingen zu Beginn des Jahres in Paris und anderen Städten auf die Strasse, um für die Meinungs-, Rede- und Pressefreiheit sowie die Freiheit der Kunst zu demonstrieren. Die Freiheit ist das Recht anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen, brachte es George Orwell auf den Punkt. Täglich werden wir in den Medien Zeugen davon, dass die Freiheit der Menschen wie der Völker kein natürlicher Normalzustand, sondern eine Errungenschaft der Zivilisation ist, welche erkämpft und verteidigt werden muss. Dass die Freiheit des Einzelnen da aufhört, wo die Freiheit des Anderen anfängt bedeutet auch, dass diese stets in einem Spannungsfeld steht, neu ausgelotet und verhandelt werden muss. Erst die Vielfalt der Meinungen und die Toleranz gegenüber Andersdenkenden schafft Raum für Ideen, Experimente und Kunst. Von der Freiheit der Kunst zu demonstrieren weiterlesen

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