Vincent van Gogh, Le jardin de Daubigny, 1890

Sammlung Staechelin in der Fondation Beyeler

bis 29.10.2019

Die Gemälde der renommierten Sammlung von Rudolf Staechelin (1881–1946) kehren nach vier Jahren nach Basel zurück. Die 19 Werke des Impressionismus, Postimpressionismus und der klassischen Moderne werden nach viel beachteten Ausstellungen im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid und in der Phillips Collection in Washington, D. C., wo sie jeweils zusammen mit der Sammlung «Im Obersteg» gezeigt wurden, nun in der Fondation Beyeler präsentiert. Dort sind die eindrucksvollen Gemälde von Paul Cézanne, Edgar Degas, Paul Gauguin, Vincent van Gogh, Ferdinand Hodler, Édouard Manet, Claude Monet, Pablo Picasso, Camille Pissarro und Auguste Renoir bis zum 29. Oktober 2019 in einer konzentrierten Ausstellung zu sehen. Danach werden sie in die periodisch wechselnden Sammlungspräsentationen der Fondation Beyeler integriert. Damit sind die Bilder wieder in Basel öffentlich zugänglich, sodass ein neues Kapitel in der bewegten Geschichte der Sammlung Rudolf Staechelin aufgeschlagen wird.

Mit Arlequin au loup (1918) von Pablo Picasso, dem Stillleben Verre et pommes (1882) von Paul Cézanne und der Landschaftsdarstellung Temps calme, Fécamp (1881) von Claude Monet wird die Sammlung Beyeler in ihrem Kern verstärkt. Das gilt auch für die anderen Werke von Cézanne, Degas, Monet und nicht zuletzt van Gogh, dessen Le jardin de Daubigny (1890) ein Pendant zum bereits in der Sammlung Beyeler befindlichen Champ aux meules de blé (1890) bildet. Beide Gemälde entstanden in Auvers-sur-Oise und sind Teil einer Gruppe von 13 Bildern im stark gestreckten Format (Doppelquadrat), auf das der Maler in den letzten Monaten seines Lebens ab Mitte Juni 1890 zurückgriff. Bei Untersuchungen der Leinwandstruktur, die vom Van Gogh Museum in Amsterdam durchgeführt wurden, stellte man fest, dass der Maler sämtliche Doppelquadrate aus demselben Leinwandballen geschnitten hatte. Die Leinwände von Le jardin de Daubigny aus der Sammlung Rudolf Staechelin und von Champ aux meules de blé aus der Sammlung Beyeler werden nun gleichsam wieder vereint. 

Eng mit der Entwicklung der modernen Kunst verbunden und bereits in Ausstellungen der Fondation Beyeler präsentiert, aber bisher nicht in deren Sammlung vertreten, sind die Künstler Édouard Manet, Paul Gauguin, Auguste Renoir und Camille Pissarro. Sie bereichern den Sammlungsbestand fortan durch: Tête de femme (1870) von Manet, Gabrielle (1910) von Renoir, die Landschaftsbilder Paysage au toit rouge (1885) von Gauguin sowie La carrière, Pontoise (um 1874) und Le sentier du village (1875) des Cézanne-Freundes Pissarro. Glanzlichter in der Sammlung sind die Gemälde aus dem Spätwerk von Ferdinand Hodler. Darunter befinden sich die zwei Versionen von La malade (1914 und 1914/15), und das hochgeschätzte Gemälde La morte (1915), allesamt berührende Porträts seiner Geliebten Valentine Godé-Darel, sowie drei prächtige Landschaften: Paysage de Montana (1915), Le Grammont après la pluie (1917) und Le Mont-Blanc aux nuages roses (1918).

Nach dieser fokussierten Ausstellung werden die Werke aus der Sammlung Staechelin in der nächsten Sammlungspräsentation der Sammlung Beyeler in einem grösseren kunsthistorischen Zusammenhang gezeigt werden (2. November 2019 bis 5. Januar 2020).

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