Manish Nai, Untitled, 2017, Detail

Die besondere Materialität des Manish Nai

Manish Nai
10.06.2017 – 08.10.2017
Fondation Fernet-Branca

Manish Nais Arbeiten zeichnen sich durch eine besondere Materialität aus. Als Ausgangspunkt seines künstlerischen Schaffens steht der Werkstoff Jute, mit welchem Nai durch den Jutehandel seines Vaters erstmals in Berührung kam. Dieses traditionelle Naturprodukt steht im Kontrast zu neuen synthetischen Stoffen und wird von Nai in einen künstlerischen Kontext überführt.

Manish Nai, Untitled, 2016
Manish Nai, Untitled, 2016

Ähnlich der von ihm geschätzten Kunstrichtung der Arte Povera sind auch seine Werke vornehmlich aus kunstfremdem Alltagsmaterial gestaltet. Ausgehend von der Malerei entwickelte Manish Nai eine unverwechselbare Ausdrucksform, indem er Sacktuch auf Leinwand leimte und kleine Stücke aus dem Gewebe herausschnitt, um immer komplexere Muster hervorzubringen. In einer Zeit, in der die indische Kunst durch die Figur beherrscht war, belebten diese frühen Experimente das Feld der Abstraktion. Nachdem er fast ein Jahrzehnt lang an der Weiterentwicklung seines Werks in Jute und Leinwand gearbeitet hatte, begann Manish mit illusionistischer Wandmalerei, Fotografie und Skulptur zu experimentieren. Seit 2013 nimmt Nai mit seiner Kamera grosse Reklamewände in den Blick, wie sie sich im leeren Zustand präsentieren, nachdem ein Plakat abgerissen und noch kein neues aufgeklebt wurde. Auch diese nicht gänzlich leeren Plakatwände bezieht Manish Nai auf die Geschichte der abstrakten Malerei.

Vernissage: Mittwoch, 14. Juni 2017 | 17.00 h

Diesen Beitrag teilen:

Schreibe einen Kommentar