Olaf Holzapfel, Holzapfel, 2011

Kloster Schoenthal zeigt Olaf Holzapfels Heuernte

06.05.2018 –04.11.2018

Kann man aus Heu Kunst machen? 

Man kann, wenn man Olaf Holzapfel heisst und polnische Bauern zur Hand hat, die es einwickeln zu veritablen Seilen. Dort für ein Frühlingsritual bestimmt, flicht der Künstler diese zu «Bildern», die mehr wie Skulpturen aussehen und auch so wiegen. Besonders, wenn der 1967 in Dresden geborene Erfinder diese im Raum anschaulich in seine simplen Holzkonstruktionen hängt, die vom Handwerk der Zimmermänner herrühren. Tradition begegnet so in der Klosterkirche einer Innovation, die mit viel Potenzial ins Spekulative, in eine «Geometrie des Materials» – natürlichen Bündeln von Informationen – augenscheinlich in seinen «Strohbildern», reicht. 

Aus gedrehten Heuschnüren werden Bilder geflochten © 2018, Kloster Schönthal, Langenbruck
Aus gedrehten Heuschnüren werden Bilder geflochten © 2018, Kloster Schönthal, Langenbruck

Der heute in Berlin arbeitende Künstler verbindet eine genuine Naturerfahrung (bei Görlitz liegt der folgenreiche epochale Landschaftspark von Fürst Pückler) mit Studien indigener Kulturen von der Lausitz nach Patagonien oder Indien. Aus ihnen resultieren seine Entwürfe für «Übergangsräume» jenseits der bekannten Grenzen, so in einer Art Neuvermessung von Landschaft, wo das Mass der Natur immer das Mass der Kultur abgibt: in «die Technik des Landes».

Wie in der letztjährigen documenta 14 ufert sein künstlerisches Konzept später auch in die Landschaft aus: im Schönthal in einem Holz-Zaun, der mit Gattertor und Brücke die Landwirtschaft und die vielfältigen Vorhaben zu einer modellhaften Landschaftsästhetik beflügeln wird.

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