Archiv der Kategorie: Vitra Design Museum, Weil am Rhein/D

Hello, Robot – Design zwischen Mensch und Maschine

Hello, Robot.
Design zwischen Mensch und Maschine
11.02.2017 – 14.05.2017
Vitra Design Museum

Ob Lieferdrohnen, intelligente Sensoren oder Industrie 4.0 – seit einigen Jahren hält die Robotik Einzug in unser Leben und verändert unseren Alltag grundlegend. Dabei spielt Design eine zentrale Rolle, denn es sind Designer, die die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine gestalten. Das Vitra Design Museum präsentiert eine grosse Übersichtsausstellung, die den aktuellen Boom der Robotik erstmals eingehend untersucht.

Hello, Robot. Design zwischen Mensch und Maschine umfasst mehr als 200 Exponate aus Design und Kunst, darunter Roboter aus dem Wohn- und Pflegebereich und der Industrie, aber auch Computerspiele, Medieninstallationen sowie Beispiele aus Film und Literatur. Die Ausstellung zeigt, wie vielgestaltig Robotik heute ist. Zugleich weitet sie den Blick für die ethischen, sozialen und politischen Fragen, die damit verbunden sind.

Christoph Niemann, «Robot Morph», Joris Laarman for MX3D, «Bridge Project», 2015 2016
Christoph Niemann, «Robot Morph», Joris Laarman for MX3D, «Bridge Project», 2015 2016

Im letzten Jahrzehnt hat die Robotik mit der Digitalisierung eine radikale Neudefinition erfahren. Roboter bauen nicht mehr nur Autos und Waschmaschinen oder transportieren uns in selbstfahrenden Zügen von einem Flughafenterminal zum anderen, sondern treten nun in verschiedensten Formen in Erscheinung – von kommunizierenden Haushaltsgeräten, dem sogenannten Internet der Dinge, bis zu selbstlernenden Algorithmen in Computerprogrammen, kurz Bots genannt. Während die Robotik früher eine Domäne von Ingenieuren und Computerexperten war, wirken heute Designer prägend am aktuellen Boom der Robotik mit. Denn oft entscheiden sie, wie und wo wir Robotern begegnen, welche Beziehung wir zu ihnen aufbauen und wie wir mit ihnen interagieren – oder sie mit uns.

Die Ausstellung Hello, Robot. nähert sich dem Roboter in vier Schritten. Im ersten Teil der Ausstellung geht es um die alte Begeisterung der Moderne für den künstlichen Menschen und darum, wie die Populärkultur unser Verständnis von Robotern geprägt hat. Im zweiten Teil geht es um jenen Bereich, in dem die Robotik ihren Durchbruch erlebte: Industrie und Arbeitswelt. Während der Roboter in diesem Kontext heute immer wieder als Bedrohung für den Arbeitnehmer beschrieben wird, beleuchtet Hello, Robot. die aktuelle Debatte um dieses Thema aus sehr unterschiedlichen Perspektiven. Die Bandbreite der Exponate reicht hier vom klassischen Industrieroboter bis zu einer Installation der Gruppe RobotLab, bei der ein Roboter am laufenden Band Manifeste produziert und damit hinterfragt, wo die Grenzen zwischen automatisierbarer Arbeit und menschlicher Krea-tivität liegen. Der dritte Teil der Ausstellung zeigt, wie uns die neue Technologie noch näher kommt – als «Freund und Helfer» im Alltag, im Haushalt, in der Pflege, als digitaler Kamerad oder gar beim Cybersex. Im vierten Teil geht es um die zunehmende Verschmelzung von Mensch und Robotik, etwa, wenn wir in einem «lernenden» Gebäude leben, uns in einer sogenannten Smart city bewegen oder uns intelligente Sensoren einpflanzen lassen.

Im Aussenraum des Museums wird als Ergänzung der Ausstellung der «Elytra Filament Pavilion» gezeigt. Dieser bionisch geformte Baldachin ist ein beeindruckendes Beispiel für den wachsenden Einfluss der Robotik auf die Architektur. Die einzelnen Module werden von einem Algorithmus definiert und anschliessend mithilfe eines Industrieroboters produziert.
Hello, Robot. macht deutlich, dass die Ausbreitung der Robotik seit Jahrzehnten mit Ambivalenz beobachtet wird. Damals wie heute schwankt die Debatte über künstliche Intelligenz zwischen Utopie und Dystopie, zwischen der Hoffnung auf eine bessere, technisierte Welt und der Angst vor einer Entmündigung des Menschen. In diesem Kontext stellt sich auch die Frage nach der Verantwortung von Designern neu.

Die Kontroversen über den richtigen Umgang mit Robotik spiegeln sich auch in 14 Fragen, die leitmotivisch durch die Ausstellung führen. Sie laden die Besucher dazu ein, den eigenen Umgang mit neuer Technologie zu überdenken, und vermitteln, dass Chancen und Risiken der Robotik oft nah beieinanderliegen. Denn während die Robotik nahbarer, persönlicher, ja oft unentbehrlicher geworden ist, so bleibt doch die Frage offen: Macht sie unsere Welt besser?

Ergänzt wird die Ausstellung durch ein umfangreiches Rahmenprogramm aus Talks, Filmvorführungen, Performances und Workshops, die das Thema der Ausstellung aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Vitra Design Museum, dem MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, Wien, und dem Design museum Gent.

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Alexander Girard. A Designer’s Universe

Alexander Girard
A Designer’s Universe
bis 22.01.2017
Vitra Design Museum

Alexander Girard (1907–1993) war einer der bedeutendsten Textildesigner und Innenarchitekten des 20. Jahrhunderts. Seine spielerischen Entwürfe zeugen von einer Leidenschaft für Farben, Ornamente und internationale Volkskunst.

Bis Januar 2017 ist im Vitra Design Museum noch die erste grosse Retrospektive zu Alexander Girard zu sehen. Die Ausstellung präsentiert sein Werk anhand einer bislang noch nie gezeigten Vielzahl von Textilien, Möbeln, Modellen, Kleinobjekten, Interieurs, privaten Dokumenten und Zeichnungen. In seiner Schaffenszeit zwischen den 1920er- und 1970er-Jahren entwarf Girard eindrucksvolle Interieurs für Restaurants, Privat- und Firmenkunden sowie über 300 Textildesigns – die meisten davon für die amerikanische Möbelfirma Herman Miller, zu deren Textildirektor er 1951 ernannt wurde. Unter Girards Kunden waren aber auch Unternehmen wie die Fluglinie Braniff International Airways oder John Deere, für die Girard ein weites Tätigkeitsgebiet abdeckte – von der Innenarchitektur über Textildesign, Corporate Design, Typografie und Möbeldesign bis hin zu Ausstellungen und Kleinobjekten.

Eine wichtige Inspirationsquelle für Girard war seine umfangreiche Sammlung von Objekten der Volkskunst, die er auf seinen Reisen durch Mexiko, Indien, Ägypten und andere Länder zusammentrug und die schlussendlich mehr als 100 000 Artefakte umfasste. Viele dieser Objekte verwendete Girard in seinen Inneneinrichtungsprojekten oder in spektakulären Ausstellungsinszenierungen, etwa in der Ausstellung Textiles and Ornamental Arts of India (1954) im New Yorker Museum of Modern Art oder in dem von ihm gestalteten Pavillon Magic of a People zur Weltausstellung HemisFair (1968) in San Antonio, Texas.

Auch wenn Girards Werk bis heute weniger bekannt ist als das berühmter Zeitgenossen wie Charles und Ray Eames, erlebt es in den vergangenen Jahren eine Wiederentdeckung. Girard gab dem Design das zurück, was die klassische Moderne abgelehnt hatte: Farbe, Dekor, opulente Inneneinrichtungen. Mit virtuoser Leichtigkeit verband er scheinbare Gegensätze wie Handwerk und Industrie, Popkultur und Hochkultur, verspieltes Dekor mit einer gekonnten Reduktion auf das Wesentliche.

Die Ausstellung beinhaltet viele Objekte aus Girards privatem Nachlass aus der Sammlung des Vitra Design Museums. Alexander Girard. A Designer’s Universe erzählt die Geschichte eines bedeutenden, jedoch oft unterschätzten Pioniers im Design, der den Entwicklungen folgender Jahrzehnte in vielerlei Hinsicht voraus war.

Weitere Ausstellungen:

Die Sammlung des Vitra Design Museums
1800 bis heute
seit 03.06.2016
Schaudepot

Radical Design
bis 13.11.2016
Schaudepot

Dieter Rams
Modular World
18.11.2016 – 12.03.2017
Schaudepot

ECAL Graphic Design
Type, Print, Web, Stories
22.10.2016 – 08.01.2017
Vitra Design Museum Gallery

 

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Vitra Design Museum eröffnet Schaudepot

Schaudepot
ab 04.06.2016
Vitra Design Museum

Am 3. Juni 2016 wird auf dem Vitra Campus ein neues Gebäude eröffnet: das Vitra Schaudepot, entworfen von den Basler
Architekten Herzog & de Meuron. Im Schaudepot präsentiert das Vitra Design Museum Schlüsselobjekte seiner umfangreichen Sammlung der Öffentlichkeit, ergänzt durch ein neues Café und einen Shop. In diesem Zusammenhang entsteht ein zweiter Eingang zum Vitra Campus, der dadurch noch besser an die Städte Basel und Weil am Rhein angebunden wird. Vitra Design Museum eröffnet Schaudepot weiterlesen

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Alexander Girard. A Designer’s Universe

12.03.2016 – 29.01.2017
Vitra Design Museum
Alexander Girard (1907–1993) war einer der bedeutendsten Textildesigner und Innenarchitekten des 20. Jahrhunderts. Seine spielerischen Entwürfe zeugen von einer Leidenschaft für Farben, Ornamente und internationale Volkskunst.
Im Jahr 2016 ist im Vitra Design Museum die erste grosse Retrospektive zu Alexander Girard zu sehen. Die Ausstellung präsentiert sein Werk anhand einer bislang noch nie gezeigten Vielzahl von Textilien, Möbeln, Modellen, Kleinobjekten, Interieurs, privaten Dokumenten und Zeichnungen. Alexander Girard. A Designer’s Universe weiterlesen

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#allesistdesign – das Bauhaus und seine Aktualität

Das Bauhaus – #allesistdesign
26.09.2015 – 28.02.2016
Vitra Design Museum

In einer grossen Ausstellung präsentiert das Vitra Design Museum eine umfangreiche Übersicht über das Design am Bauhaus und offenbart dabei die überraschende Aktualität dieser legendären Kulturinstitution.

Das Bauhaus #allesistdesign umfasst eine Vielzahl seltener, teilweise nie gezeigter Exponate aus Design, Architektur, Kunst, Film und Fotografie. Das Design des Bauhauses wird konfrontiert mit aktuellen Designtendenzen und mit zahlreichen Werken heutiger Designer, Künstler und Architekten. Unter den vertretenen Gestaltern des Bauhauses sind Marianne Brandt, Marcel Breuer, Lyonel Feininger, Walter Gropius, Wassily Kandinsky und viele mehr. Aktuelle Ausstellungsbeiträge stammen u.a. von Olaf Nicolai, Adrian Sauer, Enzo Mari, Lord Norman Foster, Opendesk, Konstantin Grcic, Hella Jongerius, Alberto Meda und Jerszy Seymour.

Johannes Itten, Farbenkugel in 7 Lichtstufen und 12 Tönen
Johannes Itten, Farbenkugel in 7 Lichtstufen und 12 Tönen

Ziel des 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründeten «Staatlichen Bauhaus» war es, einen neuen Typus des Gestalters auszubilden. Dieser sollte am Bauhaus handwerkliche und künstlerische Grundlagen sowie Kenntnisse der menschlichen Psyche, des Wahrnehmungsprozesses, der Ergonomie und der Technik erwerben – ein Profil, das bis heute das Berufsbild des Designers prägt. Das Designverständnis am Bauhaus wies dem Designer aber auch einen umfassenden Gestaltungsauftrag zu: Er sollte nicht nur Dinge des täglichen Gebrauchs gestalten, sondern aktiv an der gesellschaftlichen Umgestaltung teilnehmen. Damit steht das Bauhaus am Anfang eines umfassenden Verständnisses von Design, das heute mit neuem Nachdruck gefordert wird: Unter Stichworten wie Social Design, Open Design oder «design thinking» wird erneut diskutiert, wie Designer ihre Arbeit in einen grösseren Zusammenhang stellen und die Gesellschaft mitgestalten können. Ausgehend von dieser aktuellen Perspektive betrachtet die Ausstellung das Bauhaus als komplexes, vielschichtiges «Labor der Moderne», das mit heutigen Designtendenzen eng verknüpft ist.

Die Ausstellung macht sichtbar, dass das Bauhaus mit seinem offenen Designbegriff ganz entscheidend dazu beigetragen hat, dass Design heute unsere gesamte Lebenswelt durchzieht – eine Verbindung, auf die auch der Untertitel der Ausstellung anspielt: «#allesistdesign».

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