Archiv der Kategorie: Vitra Design Museum

Alexander Girard. A Designer’s Universe

12.03.2016 – 29.01.2017
Vitra Design Museum
Alexander Girard (1907–1993) war einer der bedeutendsten Textildesigner und Innenarchitekten des 20. Jahrhunderts. Seine spielerischen Entwürfe zeugen von einer Leidenschaft für Farben, Ornamente und internationale Volkskunst.
Im Jahr 2016 ist im Vitra Design Museum die erste grosse Retrospektive zu Alexander Girard zu sehen. Die Ausstellung präsentiert sein Werk anhand einer bislang noch nie gezeigten Vielzahl von Textilien, Möbeln, Modellen, Kleinobjekten, Interieurs, privaten Dokumenten und Zeichnungen. Alexander Girard. A Designer’s Universe weiterlesen

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#allesistdesign – das Bauhaus und seine Aktualität

Das Bauhaus – #allesistdesign
26.09.2015 – 28.02.2016
Vitra Design Museum

In einer grossen Ausstellung präsentiert das Vitra Design Museum eine umfangreiche Übersicht über das Design am Bauhaus und offenbart dabei die überraschende Aktualität dieser legendären Kulturinstitution.

Das Bauhaus #allesistdesign umfasst eine Vielzahl seltener, teilweise nie gezeigter Exponate aus Design, Architektur, Kunst, Film und Fotografie. Das Design des Bauhauses wird konfrontiert mit aktuellen Designtendenzen und mit zahlreichen Werken heutiger Designer, Künstler und Architekten. Unter den vertretenen Gestaltern des Bauhauses sind Marianne Brandt, Marcel Breuer, Lyonel Feininger, Walter Gropius, Wassily Kandinsky und viele mehr. Aktuelle Ausstellungsbeiträge stammen u.a. von Olaf Nicolai, Adrian Sauer, Enzo Mari, Lord Norman Foster, Opendesk, Konstantin Grcic, Hella Jongerius, Alberto Meda und Jerszy Seymour.

Johannes Itten, Farbenkugel in 7 Lichtstufen und 12 Tönen
Johannes Itten, Farbenkugel in 7 Lichtstufen und 12 Tönen

Ziel des 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründeten «Staatlichen Bauhaus» war es, einen neuen Typus des Gestalters auszubilden. Dieser sollte am Bauhaus handwerkliche und künstlerische Grundlagen sowie Kenntnisse der menschlichen Psyche, des Wahrnehmungsprozesses, der Ergonomie und der Technik erwerben – ein Profil, das bis heute das Berufsbild des Designers prägt. Das Designverständnis am Bauhaus wies dem Designer aber auch einen umfassenden Gestaltungsauftrag zu: Er sollte nicht nur Dinge des täglichen Gebrauchs gestalten, sondern aktiv an der gesellschaftlichen Umgestaltung teilnehmen. Damit steht das Bauhaus am Anfang eines umfassenden Verständnisses von Design, das heute mit neuem Nachdruck gefordert wird: Unter Stichworten wie Social Design, Open Design oder «design thinking» wird erneut diskutiert, wie Designer ihre Arbeit in einen grösseren Zusammenhang stellen und die Gesellschaft mitgestalten können. Ausgehend von dieser aktuellen Perspektive betrachtet die Ausstellung das Bauhaus als komplexes, vielschichtiges «Labor der Moderne», das mit heutigen Designtendenzen eng verknüpft ist.

Die Ausstellung macht sichtbar, dass das Bauhaus mit seinem offenen Designbegriff ganz entscheidend dazu beigetragen hat, dass Design heute unsere gesamte Lebenswelt durchzieht – eine Verbindung, auf die auch der Untertitel der Ausstellung anspielt: «#allesistdesign».

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Lightopia. Ein Panorama des Lichtdesigns

Lightopia
28.09.2013 – 16.03.2014
Vitra Design Museum

realities:united, NIX, Simulationszeichnung, 2005 © Courtesy of realities:united
realities:united, NIX, Simulationszeichnung, 2005 © Courtesy of realities:united
Wie kaum ein anderes Medium hat das elektrische Licht im letzten Jahrhundert unseren Lebensraum revolutioniert. Es veränderte unsere Städte, schuf neue Lebens- und Arbeitsformen und wurde zum Motor des Fortschritts für Industrie, Medizin und Kommunikation. Ausgelöst durch neue Lichttechnologien zeichnet sich in der Welt des künstlichen Lichts heute ein tief greifender Wandel ab. Dieser Entwicklung widmet das Vitra Design Museum nun die Ausstellung Lightopia. Es ist die erste Ausstellung, die das Thema Lichtdesign umfassend präsentiert – mit Beispielen aus Kunst, Design, Architektur und vielen anderen Disziplinen.
Lightopia umfasst etwa 300 Werke, darunter zahlreiche Ikonen aus der bislang noch nie öffentlich gezeigten Leuchtensammlung des Vitra Design Museums, etwa von Wilhelm Wagenfeld, Achille Castiglioni, Gino Sarfatti und Ingo Maurer. Im Zentrum stehen Entwürfe heutiger Designer und Künstler wie Olafur Eliasson, Troika, Chris Fraser, Front Design, Joris Laarman, realities:united und mischer’traxler, die neue Möglichkeiten der Gestaltung mit Licht veranschaulichen. Aus dem Dialog der ausgestellten Werke entsteht ein Panorama des Lichtdesigns – von den Anfängen der Industriegesellschaft bis hin zu Visionen, die unsere Zukunft bestimmen werden.
Lightopia wird begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm aus Vorträgen, Diskussionen, Symposien und Workshops mit namhaften Künstlern, Designern und Wissenschaftlern. Darunter sind Michele De Lucchi, Ben van Berkel, Winy Maas/MVRDV, Rogier van der Heide, Troika, mischer’ traxler und viele andere.

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George Nelson – Architekt, Autor, Designer, Lehrer

George Nelson – Architekt, Autor, Designer, Lehrer
13.09.2008 – 01.03.2009 | Vitra Design Museum, Weil am Rhein/D

«Das herausragende Problem im
Bereich des heutigen Designs
betrifft die Frage nach den
Wertvorstellungen. Im
Vergleich dazu sind jegliche
anderen Probleme zwar
interessant, sie bleiben jedoch
an der Oberfläche.»
George Nelson, 1961

In Jahr 2008 wäre der amerikanische Designer George Nelson (1908–1986) 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt das Vitra Design Museum die erste umfassende Retrospektive auf sein Werk. Nelson war eine der prägenden Figuren des amerikanischen Designs der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der studierte Architekt mit Abschluss in Yale war nicht nur Architekt und Designer, sondern auch ein viel beachteter Autor und Publizist, Dozent, Ausstellungsmacher und passionierter Fotograf. In seinem Büro entstanden Klassiker des modernen Möbel- und Interior Designs: der Coconut Chair (1956), das Marshmallow Sofa (1956), die Ball Clock (1947) und die Bubble Lamps (ab 1952). Als Designdirektor des Möbelherstellers Herman Miller, einem führenden Vertreter modernen Designs in den USA, prägte Nelson das Programm und die Aussendarstellung des Unternehmens über mehr als zwei Jahrzehnte. Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass die Firma die Designer Charles Eames, Alexander Girard und Isamu Noguchi für sich verpflichten konnte. Schon früh vertrat Nelson die Überzeugung, dass Design integraler Bestandteil einer Unternehmensphilosophie sein müsse und wurde damit zu einem Pionier der Unternehmenskommunikation und des Corporate Designs.
Ab Mitte der 1930er- Jahre bis Ende der 1950er-Jahre setzte sich Nelson intensiv mit Fragen des Wohnens und der Ausstattung des Hauses auseinander. In seinem Bestseller «Tomorrows House» (1944, zusammen mit Henry Wright), formulierte Nelson die bahnbrechende Idee der Storage Wall. Um die Wände des Hauses für die Aufbewahrung von Dingen nutzbar zu machen, schlug Nelson vor, diese komplett durch vom Boden zur Decke verlaufende Schrankwände zu ersetzen. Ein für die damalige Zeit revolutionärer Vorschlag und ein Vorgriff auf die Produktflut des westlichen Wirtschaftsbooms, die das Einfamilienhaus nach und nach in ein Warenlager verwandelte.
Als überzeugter Verfechter einer Industrialisierung des Bauens beschäftigte sich Nelson in vielen seiner Texte mit dem Thema Fertigbau. In den 1950er-Jahren entwickelte er ein modular angelegtes Experimental House aus von Plexiglaskuppeln bedeckten Kuben, die sich jeder Bewohner nach seinen individuellen Raumbedürfnissen zum Eigenheim zusammensetzen sollte.
Ebenso ausgiebig wie mit der Architektur und Einrichtung des Wohnhauses beschäftigte sich Nelson mit der Ausstattung des Büros. Er entwarf unter anderem den ersten L-förmigen Schreibtisch als individuelle «Workstation», war wesentlich an der Gestaltung des Action Office von Herman Miller beteiligt (1964) und konzipierte in den 1970er-Jahren sein eigenes Bürosystem «Nelson Workspaces». Wie schon bei Nelsons Wohnmöbeln und bei seiner experimentellen Architektur spielte hier die Idee eines Systems, das auf verschiedenen, frei kombinierbaren Modulen basiert, eine zentrale Rolle.
Die Gestaltungsaufgaben, die Nelson mit seinem Design­büro übernahm, gingen jedoch weit über das Möbeldesign, für das er heute bekannt ist, hinaus und zeichnen sich durch eine aussergewöhnliche Vielfalt aus. Zu seinen Kunden gehörten viele grosse Industrieunternehmen wie Abbott, Alcoa, BP, Ford, Gulf, IBM, General Electric, Monsanto und Olivetti, aber auch die amerikanische Regierung. In Nelsons Büro, das er 1947 in New York gründete und über drei Jahrzehnte leitete, waren zeitweise mehr als 50 Mitarbeiter tätig. Neben Ausstellungen, Restaurantinterieurs und Schauräumen entwarfen Nelson & Company Küchen, Besteck und Geschirr, Plattenspieler und Lautsprecher, Vogelhäuschen und Wetterfahnen, Computer und Schreibmaschinen, Firmenlogos und Verpackungen.
Einen Höhepunkt fanden Nelsons vielseitige Fähigkeiten in der Gestaltung und Organisation der American National Exhibition 1959 in Moskau. Dort wurden Tausende von Nelson und seinen Mitarbeitern ausgewählte amerikanische Industrieprodukte gezeigt, für die er eine riesige dreidimensionale Ausstellungsplattform mit mehreren Ebenen entwickelte. Dazu entwarf er grosse Fiberglasschirme, die zu temporären Ausstellungshallen montiert wurden. Die Moskauer Ausstellung ging als Schauplatz der berühmten «Kitchen Debate» zwischen Nixon und Chrustschow in die Geschichte ein.
Bei Nelson ging das Nachdenken und Schreiben über Design immer seiner praktischen Tätigkeit als Designer voraus oder mit dieser einher. Zeit seines Lebens brillierte er als Autor und Publizist. Er war Mitherausgeber der Zeitschrift Architectural Forum, arbeitete aber auch für viele weitere namhafte Magazine wie Fortune, Life, Industrial Design, Interiors und Harper’s. Dazu veröffentlichte er mehr als ein halbes Dutzend Bücher zu Designthemen. Zur Hochzeit des Kalten Krieges trat Nelson 1961 mit seinem Vortrag «A Problem of Design. How to Kill People.» im Fernsehen auf: Ein ebenso treffender wie bissiger Kommentar zum Kalten Krieg aus Sicht des Designers. Zusammen mit den Eames war Nelson einer der Pioniere des Multimediavortrags. Häufig griff Nelson dafür auf eigene Fotos zurück, die er während seiner vielen Reisen machte. Seine fotografische Tätigkeit und seine Beschäftigung mit Alltagsästhetik mündeten unter anderem in seinem Buch «How to See», mit dem er Anregungen zu einer bewussteren Wahrnehmung unserer alltäglichen Umgebung lieferte.
Wie Nelson selbst einmal von sich sagte, war er mehr an Systemen und an deren Nutzen für den Menschen interessiert als an Dingen. Nelsons analytischer Blick, seine Auffassung von Design, über die blosse Formgebung hinauszugehen und stets in grösseren (Nutzungs-)Zusammenhängen zu denken, wie auch seine Leistungen im Bereich der Designvermittlung, lassen sein Werk gerade heute wieder hoch aktuell und interessant erscheinen.

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Der Bau einer Kultur des 21. Jahrhunderts

DUBAI NEXT – Eine Ausstellung der Dubai Culture & Arts Authority
05.06.2008 – 14.09.2008 | Vitra Design Museum, Weil am Rhein/D

Jeder kennt die neuen architektonischen Sehenswürdigkeiten Dubais, doch die eigentlichen Zukunftsversprechen dieser Stadt gehen über ihr dynamisches Wachstum und ihre spektakulären Bauten hinaus. Dubai ist eine lebhafte, multikulturelle und weltoffene Gemeinschaft bestehend aus mehr als 200 verschiedenen Nationalitäten – und gerade diese Menschen sind die Antriebskraft hinter der viel publizierten Fassade von Dubai. Nirgendwo sonst auf der Welt ist die drastische Veränderung dessen, was Menschen über Nationalitäten, Traditionen und Kultur denken, offensichtlicher als hier.
Vor wenigen Wochen wurde die Dubai Culture & Arts Authority ins Leben gerufen, um in den kommenden acht Jahren Dubai zu einem Zentrum internationaler und regionaler Kultur zu entwickeln. Um die Offenheit dieses Ansatzes von Anfang an zu artikulieren, hat die neue Kulturverwaltung Künstler aus verschiedenen Ländern, darunter auch aus Dubai, beauftragt, ein Zeitbild der Stadt zu entwerfen. Federführend sind der holländische Architekt Rem Koolhaas und der palästinensische Kurator Jack Persekian.
«Dubai Next: Der Bau einer Kultur des 21. Jahrhunderts» ist das erste Projekt dass im Rahmen Dubai Culture & Arts Authority entwickelt wird. Die Ausstellung erzählt die Geschichte Dubais aus einem kulturellen Blickwinkel. Sie zeigt die Entstehung einer Kultur des 21. Jahrhunderts und veranschaulicht, wie diese Kultur in architektonischen, städtebaulichen und kulturellen Projekten für die nächsten Jahrzehnte Gestalt annimmt. Die Ausstellung «Leben unter dem Halbmond» wird durch diese Ausstellung um eine hochaktuelle Perspektive ergänzt und zu einem Gesamtpanorama der heutigen arabischen Welt abgerundet.
Ein weiterer Grund für das Vitra Design Museum, diese Ausstellung zu präsentieren, sind die Parallelen in der Zusammenarbeit mit internationalen Architekten zwischen dem Vitra Campus und Dubai. Das Vitra Design Museum sowie die umliegenden Bauten von Zaha Hadid, Tadao Ando, Alvaro Siza und anderen waren vor 20 Jahren eines der ersten Beispiele für die Kraft anspruchsvoller Architektur, einen Ort zu prägen und ihn «auf die Landkarte» zu bringen. In ganz anderer Dimension werden ähnliche Strategien heute in Dubai angewendet – und lassen damit hochinteressante Rückschlüsse auf die Möglichkeiten aktueller Architektur- und Kulturpolitik zu. Diese Möglichkeiten und ihre Bedeutung für die bunt gemischte Gesellschaft Dubais sind es, die Rem Koolhaas und Jack Persekian in der Ausstellung mit einer künstlerisch-soziologischen Installation in Szene setzen.

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