Archiv der Kategorie: Museum Tinguely, Basel

Radiophonic Spaces im Museum Tinguely

21Ein akustischer Parcours durch die Radiokunst begleitet von
14 Themenwochen rund um das Radio. 

Museum Tinguely
24.10.2018 – 27.01.2019

Der Autor dieses Textes, Andres Pardey, ist Vizedirektor des Museum Tinguely
und Kurator der Ausstellung
«Radiophonic Spaces» in Basel. 

In den fast hundert Jahren seit Radio existiert, haben sich
Musiker, Komponisten, Schriftsteller, Philosophen und bildende Künstler (sowie viele, die sich nicht in klassische Kategorien einpassen lassen) mit dem Medium Radio auseinandergesetzt. Sie haben die Produktion von Sendungen befragt, die Art der Aufnahme, der Übertragung und des Empfangs und wie Sendungen gespeichert wurden. Das Rauschen zwischen den Sendern war ebenso ein Thema wie die Stille, wenn nicht gesendet wird. Das Speichermedium (die Schallplatte) und die Produktionsumgebung (das elektronische Studio) standen im Zentrum akustischer Recherchen und machten das Medium präsent und bewusst. Radiophonic Spaces im Museum Tinguely weiterlesen

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Too early to panic: Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger

Das Schweizer Künstlerduo Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger richtet diesen Sommer  im Museum Tinguely ein dreiteiliges Wunderkammer-Labyrinth ein. Das Publikum hat die einmalige
Gelegenheit, in einen Dschungel aus Werdendem, Wucherndem und Chaotischem einzutauchen und selber darin aktiv zu werden. 

06.06.2018 – 23.09.2018

Séverine Fromaigeat ist Kuratorin am Museum Tinguely. Gemeinsam mit Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger hat sie die grosse Ausstellung entwickelt, wachsen und wuchern lassen.
Séverine Fromaigeat ist Kuratorin am Museum Tinguely. Gemeinsam mit Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger hat sie die grosse Ausstellung entwickelt, wachsen und wuchern lassen.

Von Séverine Fromaigeat
Seit Beginn ihrer Zusammenarbeit im Jahr 1997 erschaffen Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger gemeinsam In-situ-Installationen, üppige und oftmals betörende Universen aus natürlichen Fundstücken und gefertigten Objekten. Wachstum, Transformation und Kristallisation sind Teil ihrer Kunstwerke: Durch chemische Reaktionen erfährt die Installation eine langsame Metamorphose. Der Besucher ist immer wieder eingeladen, in ein fantastisches Universum aus farbenfrohen Landschaften einzutauchen, selbst aktiv zu werden sowie Sinne und Geist anregen zu lassen. Die ebenso zauberhaften wie unheimlichen Installationen des Künstlerduos knüpfen Verbindungen zwischen gegensätzlichen Welten. Sie öffnen den Blick auf das sonderbare Laboratorium des Lebens, auf dessen biologische Vielfalt zwischen Natur und Künstlichkeit und auf die Kräfte von Fruchtbarkeit und Wachstum. 

In Form eines Raum-Zeit-Labyrinths präsentieren Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger einen Überblick ihres 25-jährigen Schaffens. Der Zugang zur Ausstellung erfolgt durch eine von drei Türen – diejenige der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft. Hinter jeder Tür verbirgt sich ein anderes Kapitel ihres Kosmos, das sich wiederum aufgliedert in eine Vielzahl potenzieller Erfahrungen an verschiedenen Stationen. So kann der Besucher unter anderem durch einen Wald von Zweigen streifen, einen Halt in einem Massagesalon einlegen, eine Runde schaukeln, eine Träne für ästhetisch-wissenschaftliche Zwecke vergiessen, sich mit Schönheitsexperten unterhalten, Übungen auf Fitnessgeräten absolvieren oder Auge in Auge mit einem Meteoriten seine psychische Belastbarkeit prüfen.

Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger, Königliche Regenwürmer, 2017
Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger, Königliche Regenwürmer, 2017, Installation © 2018 Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger

Wer die Tür der Vergangenheit wählt, begibt sich auf eine Zeitreise zu den frühesten Arbeiten des Duos. Diese sehr geordnete Welt weist viele Merkmale einer klassischen Ausstellung auf, mit Objekten, Videos und zweidimensionalen Werken, deren Präsentation etablierten kuratorischen Grundsätzen folgt. Durch ein mit Gerätschaften aller Art vollgestopftes Gartenhäuschen gelangt man zu verschiedenen von den beiden Künstlern über die Jahre angelegten Sammlungen, insbesondere von Samen (Schlafende Samen, 2002, Samensammlung aus Mali, 2003). Das Samenkorn, Keimzelle aller Dinge, steht gleichermassen für die Fruchtbarkeit – diese primäre Energie, die jeder Form von Leben zugrunde liegt – wie für die Wurzeln, die uns sowohl mit unserer eigenen Vergangenheit als auch der Geschichte der Menschheit verbinden. Im weiteren Verlauf folgt das Video Logic of Beauty (2010), ein Strom hypnotischer Bilder, deren Farben und Muster eine magnetische Wirkung ausüben, als ob die Künstler hier die Essenz der Schönheit eingefangen hätten.

Auf das Thema der Schönheit trifft man auch hinter der Tür der Gegenwart. Jeder Raum präsentiert sich als dreidimensionale
Mini-Fiktion, mit eigenen Kulissen, Darstellern und Requisiten. Die Hauptrolle spielt jedoch der Besucher, der die Szenerie zum Leben erweckt. Station für Station beschert ihm eine interaktive, zugleich wissenschaftliche, vergnügliche und philosophische Erfahrung rund um den Begriff der Schönheit. Hier heisst es, seine Schüchternheit an der Garderobe zu deponieren und sich auf die Akteure – eine/n Sekretär/in, eine/n Tränensammler/in und eine/n Personal Trainer/in – einzulassen. Auf dem Programm stehen das Bestaunen von Augensekreten und ihrer winzigen Strukturen unter dem Mikroskop, das Liegen unter einem schweren hängenden Stein, Konzentrationsübungen oder auch eine stille Pause.

Im letzten Bereich wartet die Zukunft mit ihren Unsicherheiten, ihrem Chaos und ihrer Unfertigkeit. Dominiert werden die Räumlichkeiten von einem majestätisch wuchernden Wald, einem schwebenden, vielfarbigen Labyrinth voll mit Verästelungen aus pflanzlichen und künstlichen Elementen, das auf das Gewimmel alles Lebendigen anspielt und dessen im Raum tanzende Formen zum Träumen und Fantasieren anregen. Zum Ende geht der hängende Wald in einen Fitnessraum über, dessen Geräte von den beiden Künstlern auf schelmische Weise so umgestaltet wurden, dass sie neben dem Körper auch den Geist stimulieren.

Mit Too early to panic laden uns Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger auf eine Reise ein – eine Reise, die uns die Welt um uns herum mit neuen Augen sehen lässt.

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Gauri Gill. Traces

Museum Tinguely
bis 01.11.2018

Roland Wetzel ist Direktor des Museum Tinguely
Roland Wetzel, Autor des Textes, ist Direktor des Museum Tinguely und Kurator der Ausstellung «Gauri Gill. Traces».

Von Roland Wetzel
Im Sommer 2016 konnte Jean Tinguelys Mengele-Totentanz (1986) in einem neu im Museum eingebauten, «sakralen» Raum installiert werden. Um die Vielschichtigkeit dieses zentralen Spätwerkes hervorzuheben, zeigt das Museum Tinguely eine Reihe von Ausstellungen, die sich mit besonderen Aspekten des Mengele-Totentanzes verbinden. Jérôme Zonders Dancing Room
bildete 2017 den Auftakt. 

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Aneignung und Fortschreibung in der Musik und Kunst seit 1900

RE-SET – Eine Zusammenarbeit der Paul Sacher Stiftung mit dem Museum Tinguely

28.02.2018 – 13.05.2018

Die interdisziplinäre Ausstellung im Museum Tinguely widmet sich dem vielfältigen Thema der kreativen Bearbeitung in der Musik des 20. Jahrhunderts und der Gegenwartskunst. Zu sehen sind Musikhandschriften und Kunstwerke, die inhaltlich, strukturell oder konzeptuell schon existierende Werke aufgreifen, umformen, paraphrasieren oder auch demontieren. Der musikalische Teil der Ausstellung, in dem Musikmanuskripte, Briefe, Fotos, Tonaufnahmen, Filme und Instrumente aus den rund 120 Sammlungen der Paul Sacher Stiftung gezeigt werden, gliedert sich in vier Abteilungen: Fremdbearbeitungen, Eigenbearbeitungen, Anknüpfungen an Volksmusik sowie populäre Adaptionen.

Cover der Langspielplatte From Walt Disney’s Fantasia.-Stravinsky – The Rite of Spring, Leopold Stokowski, Philadelphia Orchestra, Anaheim: Disneyland [1958] (WDL 4101A), (Bibliothek PSS)
Cover der Langspielplatte From Walt Disney’s Fantasia.-Stravinsky – The Rite of Spring, Leopold Stokowski, Philadelphia Orchestra, Anaheim: Disneyland [1958] (WDL 4101A), (Bibliothek PSS)
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Here’s the Answer, What’s the Question?

Sofia Hultén im Museum Tinguely
24.01.2018 – 01.05.2018

Lisa Anette Ahlers ist wissenschaftliche Mitarbeiterin/Kuratorin am Museum Tinguely. Sie hat Sofia Hulténs Ausstellung gemeinsam mit der Künstlerin kuratiert.
Lisa Anette Ahlers ist wissenschaftliche Mitarbeiterin/Kuratorin am Museum Tinguely. Sie hat Sofia Hulténs Ausstellung gemeinsam mit der Künstlerin kuratiert.

Von Lisa Anette Ahlers

Die Installationen und Videos von Sofia Hultén nehmen ihren Anfang bei gefundenen Objekten – unscheinbaren Gebrauchsgegenständen oder Material aus der Welt der Baumärkte und Werkstätten. In präzisen, manchmal das Absurde streifenden Manipulationen studiert sie die von einem Vorleben gezeichneten Dinge, greift in deren Zerfallsprozesse ein oder überarbeitet sie zu neuen Arrangements. Die markanten Titel ihrer Arbeiten spielen auf Konzepte aus Philosophie und Quantenphysik sowie auf Motive aus Science-Fiction und Popkultur an. Dadurch stehen sie in einem überraschenden, oft humorvollen Kontrast zur Nüchternheit des von ihr verwendeten Materials und der von ihr gefilmten Situationen. Das Museum Tinguely widmet der in Berlin lebenden Künstlerin (*1972 in Stockholm) in Kooperation mit der Ikon Gallery in Birmingham im Januar die bisher grösste Einzelausstellung.

Poesie und Rätselhaftigkeit des Fundobjekts Here’s the Answer, What’s the Question? weiterlesen

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