Archiv der Kategorie: Fondation Fernet Branca, St-Louis/F

Wie eine Erinnerung … Dove Allouche, Pierre-Yves Freund und Anne Immelé

Fondation Fernet Branca
24.02.2019 – 05.05.2019

Zeit und Erinnerung sind zentrale Aspekte der Filme des russischen Filmregisseurs Andrei Tarkowski. Bilder haben für ihn immer poetische Aussagekraft, sie sind Ausdruck des Lebens und seiner Vergänglichkeit. Die kontemplative Dimension der Landschaft, die Bedeutung, die dem Wasser in all seinen Formen beigemessen wird, die Verflechtung verschiedener Zeitebenen und das Umherirren sind Elemente, die sich auch in den fotografischen Werken von Anne Immelé wiederfinden. Ihre Fotografien, die in der Fondation Fernet-Branca in einer Ausstellung zu sehen sind, sind keine Illustrationen, sondern eine Auseinandersetzung mit der Bildwelt Andrei Tarkowskis. Zur Herstellung eines Dialogs in Echo auf die vielen Dimensionen des Bildes bei Tarkowski wendete sich Anne Immelé an Pierre-Yves Freund und Dove Allouche, deren Werke die Vergänglichkeit der Zeit reflektieren. In Pierre-Yves Freunds Skulpturen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, scheinen Fragen noch offen zu sein; Veränderungen und Umwandlungen von flüssigen oder festen Stoffen stehen in Resonanz mit der Ästhetik Tarkowskis. Für seine Serie Le Temps scellé fotografierte Dove Allouche die Drehorte von Stalker (1979) etwa dreissig Jahre nach der Entstehung des Films. Die dabei entstandenen Landschaften sind von Erinnerungen an den Film durchwoben. 

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Fünf Frauen und ihr poetisches Engagement

Fondation Fernet Branca
25.11.2018 – 10.02.2019

Marie-Hélène Fabra
Vanessa Fanuele 
(grosses Bild oben)
Marie-Amelie Germain
Marine Joatton
Haleh Zahedi

Die Fondation Fernet-Branca präsentiert in ihrer kommenden Ausstellung 5 femmes: l’engagement poétique fünf Künstlerinnen (Marie-Hélène Fabra, Vanessa Fanuele, Marie-Amelie Germain, Marine Joatton und Haleh Zahedi), die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Gruppe ist einzig durch ihr Engagenment verbunden, dem Medium der Malerei und Zeichnung Gehör zu verschaffen. Sie konzentriert sich darauf unsere schnelllebige Welt, mit ihren Pinsel- oder Bleistiftstrichen einzufangen und festzuhalten. Dabei versuchen sie mit ihrer poetischen und feinsinnigen Bildsprache, Wirklichkeit zu materialisieren und deren Wahrheit zu enthüllen.

Marie-Amelie Germain, Cabane, 2017
Marie-Amelie Germain, Cabane, 2017

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Gilgian Gelzer Raúl Illarramendi

Fondation Fernet Branca
Gilgian Gelzer | Raúl Illarramendi

bis 11.02.2018

Die gemeinsame Ausstellung von Gilgian Gelzer und Raúl
Illarramendi veranschaulicht die originelle Beziehung, die diese Künstler mit der gezeichneten Linie, der Farbe, der Malerei und der Fotografie unterhalten. Illarramendi würdigt die verkannten und verachteten Flächen unseres Lebensraumes und erweitert damit die Grenzen unseres Gesichtsfeldes – wir nehmen etwas wahr, das uns vorher unsichtbar erschien. Demgegenüber steht das fotografische, zeichnerische und seit Neustem auch malerische Werk des Kosmopoliten Gelzer. Er spielt mit den räumlichen, zeitlichen und materiellen Eigenschaften dieser drei Medien und untersucht deren unterschiedliche Sprache und die daraus resultierenden Wechselbeziehungen.

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Die besondere Materialität des Manish Nai

Manish Nai
10.06.2017 – 08.10.2017
Fondation Fernet-Branca

Manish Nais Arbeiten zeichnen sich durch eine besondere Materialität aus. Als Ausgangspunkt seines künstlerischen Schaffens steht der Werkstoff Jute, mit welchem Nai durch den Jutehandel seines Vaters erstmals in Berührung kam. Dieses traditionelle Naturprodukt steht im Kontrast zu neuen synthetischen Stoffen und wird von Nai in einen künstlerischen Kontext überführt. Die besondere Materialität des Manish Nai weiterlesen

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Metamorphosen – Véronique Arnold / Gabriele Chiari

Metamorphosen
Véronique Arnold – Gabriele Chiari
Frédérique Lucien
bis 27.03.2016
Fondation Fernet Branca

Der Titel «Metamorphosen» deutet das Gewicht an, welches die drei Künstler der Zeichnung beimessen. Wer sich auf ihre Sicht der Natur und des Körpers einlässt, wird einer kaum fassbaren Abstraktion gewahr, die sich allein in der Anmut der Zeichnung äussert.Der Anblick der zerschnittenen Körper und Pflanzen von Frédérique Lucien verändert unsere Sinne. Es entsteht die Illusion eines entfremdeten Blicks auf die Wirklichkeit. Wir befinden uns mitten in der Materie selbst, jener Materie, die danach trachtet, dass der Betrachter den Gegenstand mit seiner Wahrnehmung verwechselt. Und so haben wir Zugang zu diesen Metamorphosen, die von «einer wahrhaften Poesie der Linien» getragen werden.

Véronique Arnold bereichert ihr Werk mit Installationen, in denen Objekte, konzeptuelle Inhalte, Gedichte, Zeichnungen miteinander verwoben werden. Wir betreten eine Welt, sprachlich und sinnlich zugleich, in der Zeichnungnen auf seltenem und einzigartigen Papier oder in kunstvoller Stickerei Gestalt annehmen, Symbole eines schützenswerten Körpers, der gerade durch seine Abwesenheit so gegenwärtig ist.

Bei Gabriele Chiari ist die Zeichnung nichts anderes als die Krönung einer Suche nach dem Absoluten. Die Form taucht in der Erinnerung auf, breitet sich in der Farbe aus, nimmt auf dem Papier, das ihr eine Dimension und einen Platz im Raum zuweist, Gestalt an. Die Seele verwandelt sich in Materie, man nimmt die Hand wahr, welche die Linie zieht, die Energie der Geste, die das Denken konstruiert. Das Aquarell wird zum organischen Stoff, der aus 1001 unterschiedlichen Zellen besteht. Es verschmilzt zu einem Ganzen und scheint sich vor unseren Augen wie eine körperliche und physiologische Alchemie zu verwirklichen.

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